Die Eisläuferin


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   2015
Die Eisläuferin Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Eisläuferin: Politkomödie mit Iris Berben als Kanzlerin, die sich nach einem Unfall nur noch bis ins Jahr 1989 erinnern kann - nach dem gleichnamigen Roman von Katharina Münk.

Als der Kanzlerin bei einem privaten Ausflug ein Schild auf den Kopf fällt, steht plötzlich das Schicksal des Landes auf dem Spiel: Durch den Unfall endet das Gedächtnis der mächtigsten Frau der Welt im Jahr 1989. Was sie im Verlauf eines Tages über die letzten Jahrzehnte lernt, ist am nächsten Morgen wieder vergessen. Zwei Männer wittern ihre Chance: Während ein ehrgeiziger Minister seine Chefin zur Marionette machen will, möchte der Gatte der Kanzlerin die Ehe retten.

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Kritikerrezensionen

  • Trotz der gelungenen Guttenberg-Persiflage „Der Minister“ ist die Politkomödie ein Genre, von dem das deutsche Fernsehen lieber die Finger lässt. Daran wird auch „Die Eisläuferin“ nichts ändern, zumal der Film beweist, wie schwierig solche Stoffe sind.

    Anders als die Sat.1-Romanze „Die Staatsaffäre“ mit Veronica Ferres als verliebte Bundeskanzlerin möchte der Film mehr als bloß harmlose Unterhaltung zu sein; dafür aber ist die Umsetzung bei weitem nicht satirisch genug. Das liegt sicher auch an der Vorlage: Katharina Münks Roman ist in erster Linie heiterer Zeitvertreib. Das hätte die von Markus Imboden inszenierte Geschichte (Drehbuch: Martin Rauhaus) auch sein können, aber dafür ist das Tempo viel zu staatstragend, zumal schon die gedeckten Farben von Kostüm und Ausstattung sowie das Licht eher ein Drama signalisieren.

    Dabei bringt die Handlung alle Voraussetzungen mit, um der Berliner Republik einen Spiegel vorzuhalten: Als die Kanzlerin (Iris Berben) gemeinsam mit dem Gatten (Ulrich Noethen) beim Urlaub ihren Leibwächtern entwischt, widerfährt ihr ein Missgeschick. Bei dem Unfall erleidet sie eine seltene Form von Amnesie: Ihr Gedächtnis spielt ihr einen Streich und gaukelt ihr vor, sie lebe wieder im Jahr 1989; und das jeden Morgen aufs Neue. Aus Sicht des Kanzleramtsministers (Thomas Thieme) hat die Amnesie sogar den Vorteil, dass die Chefin seinen Einflüsterungen folgen muss. Die Kanzlerin entsinnt sich jedoch ihrer einstigen Ideale und sorgt prompt für einige Turbulenzen.

    Die Geschichte ist eine muntere Mischung aus Amnesie-Vorbildern wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“, „50 erste Dates“ und „Memento“. Anders als der Held aus dem „Murmeltier“-Film lebt die Kanzlerin nicht in einer Zeitschleife, sondern fängt jedes Mal nach dem Aufwachen wieder bei Null an; ihr erster Satz ist daher regelmäßig „Die Mauer muss weg.“ Ansonsten ist der Tonfall des Films überraschend ernst, weshalb einige kleine komische Einlagen Noethens fast aus dem Rahmen fallen. Gleiches gilt für Iris Berbens Verkörperung der Hauptfigur. Die Kanzlerin heißt zwar Katharina Wendt, aber schon der Roman lässt keinen Zweifel daran, wen Autorin Münck vor Augen hatte. Damit das auch der letzte Zuschauer versteht, muss Berben mit ihren Händen ständig die „Merkel-Raute“ bilden.

    Ähnlich disparat ist Imbodens Umsetzung. In seinen Krimis nach Drehbüchern von Holger Karsten Schmidt („Mörder auf Amrum“) zeigt der Schweizer Regisseur regelmäßig, dass er bissige und boshafte Stoffe subtil und beiläufig inszenieren kann. Hier aber muss gerade Thieme, seiner imposanten physischen Erscheinung zum Trotz eigentlich ein Meister der Zwischentöne, permanent poltern. Umso wohltuender ist die Zurückhaltung, mit der Ulrich Noethen seine Rolle als Mann hinter der Staatsfrau spielt. Tatsächlich repräsentiert er sogar den berührenden Teil der Geschichte, weil er die Amnesie seiner Gattin als Chance für einen Neuanfang sieht: nicht für ihre politische Karriere, sondern für die gemeinsame Ehe. Auch auf dieser Ebene fehlt dem Film jedoch viel zu viel von jener Leichtigkeit, mit der Hollywood so einen Stoff erzählt hätte. tpg.

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