Slender Man Poster

Wegen eines tragischen Vorfalls: Neuer „Slender Man“-Film wird scharf kritisiert


Susan Engels  

Erst gestern feierte der Trailer zum lang ersehnten Horror-Projekt „Slender Man“ seine Premiere. Die gruselige Horror-Figur, die seit 2009 in den Sphären des World Wide Web herumgeistert, wird noch dieses Jahr ihren Weg auf die Kinoleinwand finden. Doch schon vor seiner Veröffentlichung sieht sich der Film scharfer Kritik ausgesetzt – ausgelöst durch einen tragischen Vorfall.

Am 17. Mai 2018 wird die Horrorgestalt des „Slender Man“ auch den deutschen Kinozuschauern das Fürchten lehren. Nachdem das Inernet-Phänomen neun Jahre lang durch die unendlichen Weiten des Webs geisterte und mittlerweile große Popularität genießt, bringt Sony Pictures dieses Jahr den dazugehörigen Spielfilm ins Kino. Jetzt könnten schwere Vorwürfe die Vorfreude auf den angekündigten Horror-Hit deutlich trüben.

Schwerer Vorwurf: Der Film soll eine Tragödie glorifizieren

Einhergehend mit der Veröffentlichung des ersten Trailers zu „Slender Man“, äußerte jetzt der Vater eines jungen Mädchens harte Kritik gegenüber der Associated Press. Es sei absurd einen solchen Film ins Kino bringen zu wollen, schließlich glorifiziere er eine Tragödie. Damit bezieht er sich auf einen Vorfall im Jahre 2014, bei dem seine Tochter versucht hatte, eine Mitschülerin umzubringen, weil sie sich vom „Slender Man“ zu der Tat genötigt fühlte. Die damals erst Zwölfjährige hatte zusammen mit einer Freundin 19 Mal auf eine Mitschülerin eingestochen. Als Tatmotiv hatte sie bei ihrer Vernehmung angegeben, den Mordauftrag aus Angst vor dem „Slender Man“ ausgeführt zu haben und um ihre Familie vor diesem zu schützen.

Ihr Vater bezeichnete die Idee eines „Slender Man“-Spielfilmes als „geschmacklos“ und betonte, die Verfilmung würde den Schmerz und die Trauer aller drei beteiligten Familien unnötig ausweiten und verstärken. Für ihre Tat, wurde seine Tochter für 25 Jahre in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

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Zumindest offiziell hat sich Sony Pictures bisher noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, auch scheint der Film nicht auf den Ereignissen von vor vier Jahren zu basieren oder auf diese anzuspielen. Nichtsdestotrotz ist die Reaktion des involvierten Mannes durchaus verständlich. Ob eine Verfilmung des Internet-Phänomens aber als Argument für eine Glorifizierung des versuchten Mordes ausreicht, bleibt fraglich. Der Mythos existierte jedenfalls schon lange vor der Tat und wurde bereits filmisch behandelt. Die HBO-Dokumentation „Slender Man Stabbing“ aus dem Jahr 2017 diskutiert das tragische Ereignis und versucht, die Hintergründe der Tat näher zu beleuchten.

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