Fred Schepisi


Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Mit seinem Cowboy-Hut und den gegerbten Gesichtszügen sieht der australische Regisseur Fred Schepisi (sprich: „Skepsi“) selbst aus wie einer der im Outback lebenden Krokodiljäger des Landes. 1939 als Sohn eines Gemüsegroßhändlers in Melbourne geboren, verbrachte er 18 Monate in einem katholischen Orden, bis „die Sache ausgestanden war“ und er als Bote einer Werbeagentur arbeitete, wo er mit 17 Jahren Chef der TV-Abteilung wurde. Mit 25 kaufte er eine Produktionsgesellschaft, die seit 1966 Film House heißt und eine der großen australischen Filmgesellschaften wurde. Nach Kurz-, Experimental- und Dokumentarfilmen debütierte Schepisi 1976 in der Spielfilmregie mit „Spielplatz des Teufels“, in dem er seine Erfahrungen in einer katholischen Jungenschule verarbeitete. Schepisi investierte sein gesamtes Vermögen für den Film, der überraschend die Kosten wieder hereinbrachte.

„Die Ballade von Jimmie Blacksmith“ (1978) schilderte den Kampf der australischen Ureinwohner ums Überleben und wurde in Europa als eines der Meisterwerke des neuen australischen Kinos angesehen, das damals mit Filmen von Peter Weir, Roger Donaldson, Schepisi und anderen erste Weltöffentlichkeit fand. Da ihn der Film finanziell ruinierte, verließ Schepisi Australien und drehte in den USA und England für 20th Century Fox vier Auftragsarbeiten: den Western „Die Ballade des Banditen Barbarosa“ (mit Country-Star Willie Nelson), „Der Mann aus dem Eis“ (mit Timothy Hutton und John Lone), den Frauenfilm „Plenty – Eine demanzipierte Frau“ (mit Meryl Streep) und „Roxanne“, eine moderne Version des Cyrano-de-Bergerac-Stoffes mit dem Komiker Steve Martin und Darryl Hannah.

Zurück in Australien, wurde Meryl Streep Hauptdarstellerin des auf einem authentischen Ereignis beruhenden Films „Ein Schrei in der Dunkelheit„, in dem ihr Baby vor dem Ayers Rock von einem Dingo entführt und sie als Mörderin angeklagt wird. Schepisis Meisterwerk wurde „Das Rußland Haus“. Die Verfilmung des Romans von John Le Carré ist eine mit einer Liebesgeschichte zwischen Sean Connery und Michelle Pfeiffer unterfütterte Spionagegeschichte, die sich um die Absurditäten des Agentenlebens dreht.

Nicht mehr als Achtungserfolge erzielte Schepisi für seine unterschätzte Komödie „Mr. Baseball“, in der Tom Selleck als Baseballspieler nach Japan ausgeliehen wird, und für den Film „Six Degrees of Separation„, der der Hauptdarstellerin Stockard Channing, die das Stück auch auf der Bühne gespielt hatte, eine Oscar-Nominierung einbrachte. Mit dem Briten Robert Young als Co-Regisseur inszenierte Schepisi mit „Wilde Kreaturen“ eine Zoo-Komödie mit dem aus „Ein Fisch namens Wanda“ bekannten Darstellerteam um John Cleese.

Nach mehrjähriger Pause meldete sich Schepisi 2001 mit der großartigen, tragikomischen Charakterstudie „Last Orders“ zurück, in der sich drei Kumpels aus einem Londoner Vorort aufmachen, um die Asche ihres kürzlich verstorbenen Saufkumpanen dessen Wunsch entsprechend ins Meer zu streuen. Mit Michael Caine, Bob Hoskins, Tom Courtenay und Helen Mirren konnte Schepisi dafür die erste Garde der britischen Schauspielerelite versammeln. Schauspielerische Hochkaliber zeichnen auch die Besetzungsliste der schwarzhumorigen Komödie „Es liegt in der Familie aus“, für den erstmals Michael Douglas gemeinsam mit seinem Vater Kirk vor der Kamera stand – neben anderen Familienmitgliedern aus dem Douglas-Clan.

1991 wurde Schepsi für seine Verdienste um den australischen Film mit dem Raymond Longford Award ausgezeichnet.

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